Kennst du das? Der Moment, in dem du souverän sein willst – im Meeting, im schwierigen Gespräch, auf der Bühne – und dein Kopf macht genau das Gegenteil.

Was, wenn du deinen besten Zustand abrufen könntest wie über einen Schalter?

Das geht. Und du kannst es in den nächsten drei Minuten selbst ausprobieren. Eine Bedingung: Mach es wirklich – nicht nur lesen. Handy weg, kurz ungestört. Sonst passiert nichts, und dann verpasst du das Beste daran.

Die Übung: Schritt für Schritt

  1. Such dir einen Moment. Eine echte Situation aus deinem Leben, in der du dich richtig stark, sicher, im Element gefühlt hast. Ein konkreter Augenblick, nicht „damals allgemein“.
  2. Leg deinen Schalter fest. Eine Geste, die du sonst nicht dauernd machst – zum Beispiel Daumen fest gegen den Mittelfinger derselben Hand drücken. Merk sie dir genau.
  3. Steig in den Moment ein. Augen zu. Geh zurück in die Situation – aber nicht als Zuschauer von aussen, sondern durch deine eigenen Augen. Sieh, was du damals gesehen hast, hör es, und lass das Gefühl kommen. Mach das Bild grösser, heller, näher. Dreh das Gefühl auf.
  4. Setz den Schalter am Höhepunkt. Genau in dem Moment, in dem das Gefühl am stärksten wird, drückst du deine Geste – fest, und halte sie, solange das Gefühl oben ist. Lass wieder los, kurz bevor es abflacht. Dieses Timing ist der ganze Trick: setzen, wenn es steigt, loslassen, bevor es sinkt.
  5. Mach es noch zweimal. Gleiche Geste, gleicher oder ein zweiter starker Moment. Jede Runde lädt den Schalter stärker auf.
  6. Raus aus dem Zustand. Augen auf, aufstehen, im Raum umschauen, drei Gegenstände benennen. Kurz komplett abschütteln.
  7. Jetzt der Test. Drück deine Geste – genau wie vorhin. Und achte darauf, was zurückkommt.

Spürst du’s? Diese Welle, die von selbst hochkommt? Das hast du gerade gebaut. In drei Minuten.

Und falls es beim ersten Mal nur schwach war: völlig normal. Meistens liegt’s an einer von drei Stellschrauben – der Moment war nicht lebendig genug, du hast von aussen zugeschaut statt wirklich drin zu sein, oder der Schalter kam einen Tick zu spät. Genau diese Feinheiten sind der Unterschied zwischen „ganz nett“ und „funktioniert jedes Mal“.

Was du gerade gemacht hast: Ankern

Was du gerade gemacht hast, heisst „Ankern“. Es ist eine von Dutzenden Techniken der Neuro-Linguistischen Programmierung – kein Hokuspokus, kein Titel nötig, sondern ein Handwerk, das man lernen kann. Menschen nutzen es, um vor Auftritten in den richtigen Zustand zu kommen, um in Konflikten ruhig zu bleiben, um andere besser zu verstehen und zu erreichen.

Wenn dich dieser eine kleine Effekt neugierig gemacht hat: Die ganze Werkzeugkiste bekommst du bei uns in der Ausbildung zum NLP Practitioner.

Ankern: auf Knopfdruck im Topzustand